Der Weihnachtskaktus blüht

… ich bin erkältet, heiße Zitrone steht auf dem Stövchen und ich mochte gestern nicht essen … nicht einmal Schokolade. Nur ein paar Weintrauben gab es zum Abendessen. Ihr seht also die Lage ist ernst, aber auch nicht verzweifelt. Der blühende Weihnachtskaktus gibt Hoffnung und erfreut das Auge, so oft es auf ihn fällt.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was diese Jammerei soll. Es geht mir nicht besonders gut, sicher. Da ich selten wirklich richtig erkältet bin, empfinde ich solche Attacken irgendwie als persönlichen Affront. Dabei ist alles soweit gut. Viktor versorgt mich vorbildlich, Suka passt auf, dass ich nicht aus dem Bett falle, ich habe heiße Zitrone, Taschentücher, Bücher und Hörbücher und schniefe. Also alles nicht so schlimm. Nicht zu vergessen, dass der Weihnachtskaktus blüht. Dass ich keinen Appetit habe, ist auch kein Grund zur Sorge, habe ja genug Reserven. Außerdem kommt der so langsam wieder. Allerdings nur auf Obst, Nüsse und Saft. Wird auch nichts schaden. Ich habe noch einen Granatapfel und eine Mango, mal ganz abgesehen von den Weintrauben, Äpfeln und Birnen. Also gibt es heute Obstsalat.

Jetzt werde ich mich aber erst einmal meiner Gesundung widmen. Habt es fein.

Geständnis

Es muss einfach raus. Ich bin eine entsetzliche Jammerläppin. Heute Morgen bin ich mit laufender Nase, schmerzendem Hals und Kopf, sowie Husten und Fieber aufgewacht. Doch statt mich nun auf einen Tag im Bett zu freuen, mit heißer Zitrone, Hörbuch, Buch und Strickzeug, jammere ich meinem armen Mann die Ohren voll, dass es mir so schlecht geht, dass ich wieder nichts geschafft kriege, weil ich krank bin und und und.

Still leiden scheint wirklich nicht mein Ding zu sein. Dabei war gestern Abend noch alles gut, wir haben das neue Erwin-Pelzig Programm in der 3-Sat Mediathek geguckt, ich habe das Karin Fossum Buch ausgelesen und das neue angefangen, alles bestens und nun das. Nee, so etwas aber auch. Das war es erst einmal von mir. Ich gehe jetzt woanders jammern. Ach ja, zur Rezension von „Die Stille bringt den Tod“ von Karin Fossum geht es hier:

Briefeschreiben

Suka und ich haben eine schöne Morgenrunde durch die Moorteichwiese gemacht. Wir sind sogar vom Regen verschont geblieben, was natürlich fein ist. Es ist noch relativ warm, aber eben auch recht feucht, darum habe ich wieder zu Hause den Ofen angeheizt.

In den wenigen Tagen, die ich nicht in der Moorteichwiese war, hat sich das Laub deutlich verfärbt und sieht sehr schön aus. Heute Morgen bin ich ganz bewusst nur, mit der kleinen Kamera los, weil ich ein wenig nachdenken wollte. Ich denke über Veränderungen nach, nichts Großes, aber eben doch so einiges, dass mir mehr entspricht. Dass ich mehr vor die Tür gehe und lange Spaziergänge mache, tut mir sehr gut und ist bereits wieder zu einer lieben Gewohnheit geworden. Die Veränderungen sind eher der Natur, dass ich mehr Gleichgewicht brauche. Zum Beispiel Facebook, entweder bin ich total dagegen und will sofort und auf der Stelle raus, um dann einen Tag später, alles rückgängig zu machen. Das hat denn zur Folge, dass ich mir ein Hörbuch anmache, irgendwann am Abend und Candy Crush spiele. Dabei ist das nun wirklich nicht gut, für meine Augen. Also werde ich versuchen meine Rechnerzeiten einzuschränken. Morgens bis frühen Nachmittag bin ich im Netz unterwegs, danach ist erst einmal Feierabend. Es gibt genug offline zu tun. Zum Beispiel will ich heute meinen Enkelinnen einen Brief malen und schreiben und dann ein neues Buch anfangen.

Eine Frau bei 1000° von Hallgrímur Helgason, ist mir am Freitag in der Bücherei vor die Füße gefallen und schon das Zitat, das dem Klappentext vorangestellt ist, machte klar, das Buch will ich lesen.

Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.

Eine Frau bei 1000° von Hallgrímur Helgason

Wer mehr über das Buch wissen möchte, einfach auf das Bild in der Seitenleiste klicken.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag.

Nasser Samstag

Zu langen Spaziergängen lädt das Wetter wirklich nicht ein. Selbst Suka wollte schnell wieder auf ihre Couch und ließ sich nur schwer zu ein paar Metern mehr bewegen. Nun sind wir wieder zu Hause und machen es uns gemütlich.

Ein paar Fotos sind trotzdem entstanden. Allerdings ging die Olympus einmal mehr nicht. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft das Teil zickt. Aber ich hatte ja noch die kleine Canon mit und die ist auch nicht schlecht.

Gleich werde ich mich mal in die Küche verfügen und einen Käse-Zitronen-Kuchen backen. Ich will ja heute auf literarischen Landkarten verreisen und da brauche ich Stärkung.

Ansonsten haben wir für dieses Wochenende nichts geplant. Wahrscheinlich wird es einfach ruhig, beschaulich, schmusig, fein.

Habt ihr es auch fein.

Freitag: Freunde treffen

Diese Woche ist wieder wie im Flug vergangen und es war so einiges los. Nicht alles schön … nicht alles wie ich es mir gewünscht hätte … und schon gar nicht so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Aber es ist nun mal kein Wunschkonzert und es kommen auch wieder bessere Zeit. Jedenfalls sieht es trotz Regen so aus, als würden wir die Woche gut ausklingen lassen. Wir sind nachher im Stattcafé mit unseren Freund!nnen Valya und Sascha verabredet. Es werden einmal mehr Bücher getauscht werden. Diesmal Lyrik, Valya hat Anna Achmatova für mich und ich Knut Ødegard für sie. Viktor und Sascha sind eher im Bereich Science Fiction und Politik unterwegs.

Am Wochenende plane ich zu verreisen. Allerdings nur auf diversen Landkarten. Gestern habe ich das Literatur Quartett auf SWR geguckt und war furchtbar glücklich, dass nicht ein Buch besprochen wurde, das mich auch nur ansatzweise interessiert. Dann kamen die Buchempfehlungen und Insa Wilke empfahl Verrückt nach Karten, Hersg. How Lewis-Jones, Übersetzerin: Hanne Henninger, und ich war verzaubert. Landkarten interessieren mich seit eh und je. Auch für meine eigenen Geschichten, zeichne ich gerne welche, die allerdings nicht dem künstlerischen Standard entsprechen. Aber so eine Orientierungshilfe ist ungemein praktisch, besonders, wenn es sich um eine fiktive Welt handelt. Wie etwa mein Wannaheim in Tore. Der Plan ist jedenfalls mich auf die Reise zu machen, mit dem Finger auf der Landkarte.

Dazu lecker Kaffee und Zitronenkuchen. Es gibt also Grund zur Freude.

Vielleicht sollte ich mit meinen Plänen vorsichtig sein, denn die Woche hat ja wieder einmal gezeigt, dass es nicht wirklich etwas bringt. Aber schon die Vorstellung ist fein und tröstlich, denn ich bin doch ein wenig bedrückt, weil wieder einmal so vieles nicht geklappt hat und es auch Suka nicht so gut geht. Anscheinend hat sie Atemprobleme. Das beste wird sein, ich bleibe nicht so lange weg. Für die Zeit, die wir unterwegs sind, schaut meine Nachbarin nach ihr und sollte was sein, weiß sie, wie sie uns erreichen kann und wir sind schnell wieder zu bei ihr.

Frühaufsteherinnen

Suka und mich hat es heute Morgen sehr früh aus dem Bett getrieben und entsprechend früh waren wir auch draußen. Es war feucht, kalt und schön auf unserer Runde um die Hörn.

Um 07:00 sind wir aus dem Haus und eine gute Stunde unterwegs gewesen. Nun bin ich hundemüde. Der Tag gestern mit Augenärztin und Optiker hat mich wohl mehr gebeutelt, als ich vermutet habe, jedenfalls lag ich früh in der Falle und muss auch schnell eingeschlafen sein.

Jedenfalls war für mich um 05:00 die Nacht zu Ende und so habe ich mich erhoben und habe schon eine Menge erledigt. Nach dem Frühstück gibt es noch eine Mittagsstunde und dann geht es ans Schreiben.

Suka scheint die Runde gut bekommen zu sein, sie liegt nun auf dem Sofa und schnarcht, was für ein anheimelndes Geräusch.

Augenarzt und Optiker

Ich hatte es ja fast geahnt, dass es eine teure Angelegenheit wird. Gut, den Augendrucktest musste ich nicht bezahlen, obwohl er in die Kategorie „zahlt ihre Kasse nicht“ fällt. Dafür wurde festgestellt, dass ich nun auch für die Fernsicht dauerhaft eine Brille brauche und die fällt nun eindeutig in obige Kategorie. Ehrlich gesagt, hätte ich lieber die 20,00 € für den Augendrucktest bezahlt, statt nun 449,00 € aus eigener Börse für eine neue Brille zahlen zu müssen … und das, obwohl ich kein neues Gestell brauche. Die Sache ist nun mal so, dass sich meine Werte verschlechtert haben, aber eben nicht so sehr, dass sich die Kasse berufen fühlt und das Jobcenter eben auch nicht.

Wieder zu Hause haben wir erst einmal Kassensturz gemacht. Es langt gerade, allerdings sind damit alle Rücklagen aufgezehrt.

Allerdings werde ich wohl auf längere Sicht auch eine neue Lesebrille brauchen. Aber das hat Zeit. Meine Kopfschmerzen und der Druck auf dem rechten Auge kommen durch Augentrockenheit, weil ich zu wenig blinzele. Da nehme ich nun erst einmal Tropfen, werde aber wohl auf Dauer eher meine Rechnerzeiten einschränken.

Mich hat es wieder einmal sehr wütend gemacht, dass mensch trotz Krankenkasse auf den Kosten für eine Notwendigkeit sitzen gelassen wird. Ich würde ja einsehen, dass ich die getönten Gläser selber zahle oder was sonst noch nicht unbedingt muss, aber das was nötig ist, sollte doch wohl eine Krankenkasse übernehmen.

Es gibt Tage da habe ich es reichlich satt, so verdammt arm zu sein. Dabei habe ich doch schon Glück, dass ich nicht so furchtbar anspruchsvoll bin, nur Geld für gewisse Notwendigkeiten hätte ich schon gerne. Sicher, diesmal hatten wir Rücklagen, aber fürs erste darf nun nichts außer der Reihe passieren oder Suka krank werden.

Schreibzeit

Gestern habe ich endlich einmal wieder geschrieben. Zwei Stunden am Stück, nur ich und meine Leute. Das war fein. Gleich geht es weiter. Die Alltagsarbeiten sind erledigt, ich bin geduscht, der 9fache Espresso ist gebraut, also sollte dem frohen Schaffen nichts im Wege stehen.

Da ich arbeits- und neigungsbedingt sehr viel sitze oder liege, ist es wichtig genügend Bewegung in den Alltag zu bauen. Nach Yoga steht mir nicht so sehr der Sinn, aber ich habe Freude an langen Fotospaziergängen, die auch Suka freuen. Das wird denn gleich mit Einkaufen verbunden. Alles eine Sache der Planung.

Morgen geht es endlich zum Augenarzt, um eine Erklärung für die ominösen Kopfschmerzen zu finden. Bin gespannt. Die letzten Tage hatte ich keinen heftigen Anfall, aber es ziept so leicht im Hintergrund.

Viehburger Gehölz

Von unserer Wohnung sind es nur 20 Gehminuten zum Viehburger Gehölz, ein kleines Wäldchen um den Kieler Fernsehturm herum. Dort ist es recht schön und eigentlich ist es erstaunlich, dass wir dort nicht öfters sind. Gestern nun haben wir uns aufgemacht. Das wunderschöne Herbstwetter lud auch förmlich zu einem längeren Spaziergang ein.

Suka jedenfalls war hellauf begeistert, konnte sie doch endlich einmal wieder ohne Leine laufen. Der Wald ist ein Rest des Eisenwaldes (Isarnhor), der Schleswig-Holstein einst überzog und entsprechend hügelig. Da hat die Eiszeit einiges zusammengeschoben und es geht oft recht steil zu, wie Kiel überhaupt nicht so flach ist, wie die Westküste. Wir haben noch einiges gut von der Endmoränenlandschaft, die sich weiter südlich zur Holsteinischen- Schweiz ausbreitet.

Mir hat diese fast zwei Stundenrunde auch gut getan und ich war sehr erfreut, dass ich wieder sicherer auf den Beinen bin. Dass ich wieder unbekümmerter eine Steigung runterklettere und mich nicht mehr so sehr von Katastrophengedanken ausbremsen lasse.

Doch nun ist Montag und heute habe ich nur eine kleine Einkaufsrunde mit Suka gemacht. Da die Termine alle erledigt sind, gibt es auch keine Ausrede mehr, nicht zu schreiben. Daher werde ich mich nicht ans Werk machen.

Statt Plätzchen – Kalorienfreie Lektüre zur Weihnachtszeit

Obwohl ich es insgesamt nicht so mit Weihnachten habe, freue ich mich doch jedes Jahr auf das Weihnachtsbüchlein von Reclam. Dieses Jahr ist es besonders gelungen. Neben Gedichten von Ringelnatz, Tucholsky, Goethe und noch so einigen anderen bekannten Namen, finden sich wundervolle Kurzgeschichten von Levi Hendriksen, der bretonischen Märchensammlerin und -erzählerin Isabell de Col und Selma Lagerlöf, ohne deren Geschichten, die Welt sehr viel ärmer wäre.

Es ist ein bunter Reigen und sicher ein kleines feines Geschenk. Auch ist es als Umschlag für einen Gutschein geeignet, wie der Verlag vorschlägt.

Lobend möchte ich auch noch die Aufmachung erwähnen. Kein Hochglanz, sondern ein feiner Kartonumschlag. Illustriert wurde das Büchlein von Kera Till.